Jan 18

Zunächst ist es einmal ganz wichtig, zu wissen, wie ein Sprung überhaupt abläuft bevor man versucht, selbst zu springen.

Der leichte Sitz verändert sich nämlich mit den Sprungphasen des Pferdes.

Unterschieden wird beim leichten Sitz zwischen der Anreitphase, der Schwebephase und der Landephase.

In der Anreitphase muss man vor allem darauf achten, dass man nicht zu unruhig im Sattel sitzt, denn dadurch kann das Pferd verwirrt werden und wird dann nicht mehr springen. Also immer ruhig sein und die Nervosität nicht auf das Pferd übertragen.

Auch der leichte Sitz sollte beim Anreiten noch ruhig sein. Der Oberkörper neigt sich nur leicht nach vorne, das Gesäß hat noch Kontakt zum Sattel.

So kann der Reiter besser treiben und allgemein auf das Pferd einwirken und hat mehr Kontrolle.

Beim Absprung, also zu Beginn der Flug- oder Schwebephase kommt es darauf an, dass der Reiter sich nun blitzschnell auf die Knie und die Absätze stützt und das Gesäß aus dem Sattel hebt. Auch der Oberkörper neigt sich aus der Hüfte weiter nach vorne.

Dann folgt die Landephase: Der Oberkörper des Reiters richtet sich wieder auf. Die Vorderbeine des Pferdes müssen zeitweilig nun alle einwirkende Kraft aushalten. Deshalb sollte es möglichst viel Freiraum haben.

Der Oberkörper des Reiters geht also in allen Phasen mit der Bewegung des Pferdes mit. Die Beine des Reiters sollten dagegen am besten immer möglichst nah am Sattelgurt liegen und sich dabei möglichst wenig bewegen. Also, nicht herum hampeln, sondern immer ruhig halten.

Nur so ist es möglich, auch beim Springen weiter zu treiben. Auch wenn man bei

einigen Profireitern anderes sieht und dies anscheinend auch klappt - als Anfänger sollte man immer versuchen, diese vorbildliche Beinhaltung einzunehmen.

Auch ist es wichtig, beim Sprung die Hand immer ruhig am Zügel zu haben. Immer eine Verbindung zum Pferdemaul aufrecht zu erhalten.

Also kein Zerren am Zügel, aber auch kein Wegwerfen. Immer auch mit den Händen auf die Bewegung des Pferdes achten und mit dieser mitgehen.

Das ist ohnehin das wichtigste beim Springen. Immer darauf zu achten, was das Pferd macht. Es so wenig wie möglich zu stören und sich ihm anzupassen.
Es gibt Pferde, bei denen man natürlich deutlicher einwirken muss, und andere machen es einem sehr leicht.
Aber egal, um welche Art Pferd es sich handelt, immer geht es beim Springen darum, Freiheit zur Entfaltung des Pferdes zu gewähren, aber in einem Rahmen, in dem man auch als Reiter die Kontrolle behält.

Blogs zum Thema Springen:

http://www.reiterfolg.de/der-leichte-sitz-grundlage-allen-springreitens/

http://www.reiterfolg.de/leichter-sitz-und-so-geht%e2%80%99s/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/12/11/schwierigkeiten-in-einem-springparcours/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/10/30/einen-wassergraben-richtig-springen/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/06/27/die-kombinationen-im-springparcours-die-zweifache-kombination/

Jan 18

Mit ein paar Dingen, die es zu beachten gilt, ist auch der leichte Sitz nichts Schwieriges. Hier ein paar Infos, wie es funktioniert.

 

Ein anderer Name für den Springsitz ist auch “Remontensitz”. Remonten ist ein anderer Name für junge Pferde, und da der leichte Sitz die Pferde am wenigsten belastet, ist diese Art des Reiten nach den Remonten benannt. Auch der Begriff “Entlastungssitz” ist durchaus gebräuchlich.

Gemeint ist jedoch immer dasselbe.

Beim leichten Sitz kommt es bei vielen verschiedenen Körperteilen des Reiters darauf an, sie in die richtige Lage zu bringen und einzusetzen.

Beginnen kann man gleich mal beim Gesäß - schließlich geht es um den Sitz!
Das Gesäß hat beim Springen zeitweilig noch Kontakt mit dem Sattel, zeitweilig hebt es sich - über dem Sprung oder auch bei Rennpferden im Jagdgalopp komplett aus dem Sattel, hat somit keinen Kontakt mehr.

Der Oberkörper wird aus der Hüfte heraus leicht nach vorne gebeugt werden. Allerdings sollte der Reiter dabei darauf achten, dass er nicht zu weit nach vorne

kippt. Bei sehr hohen Sprüngen kommt der Oberkörper allerdings recht weit nach vorne.

Der Kopf wird immer geradeaus gerichtet. Immer durch die Ohren schauen, nicht auf der Seite nach unten, wie man es oft sieht.

Die Hände liegen tiefer als im normalen Dressursitz - was aus der Bewegung ja auch ganz natürlich ist. Rechts und links vom Widerrist des Pferdes ist die richtige Position.

Beim Sprung schiebt der Reiter die Hände nach vorne in Richtung Pferdemaul und gibt damit den Kopf des Pferdes frei.

Die Arme werden ähnlich wie beim Dressursitz gehalten. Unterarm und Zügel bilden eine Linie mit dem Pferdemaul, wie es auch in der klassischen Dressur der Fall ist.

Oberarm und Ellenbogen sind etwas weiter weg vom Pferd.

Besonders kommt es beim leichten Sitz und ganz speziell beim Springen au den so genannten Knieschluss an. Es soll hilfreich sein, sich einfach vorzustellen, dass man nicht im Sattel sitzt, sondern kniet. Die Knie drückt man auf jeden Fall fest in den Sattel, damit sie mehr Gewicht tragen.

Die Waden sollten - anders als man es bei vielen Springreitern immer wieder sieht - gerade und fest am Pferd liegen.

Der Fuß steckt etwas weiter im Steigbügel. Die Bügel werden zwei bis fünf Loch kürzer gemacht.

Das waren in Kürze die Grundlagen des leichten Sitzes. Klingt zunächst relativ kompliziert, aber man muss einfach üben und probieren wie immer beim Reiten.

Nach dem ersten Sprüngen ist der leichte Sitz schon ein ganz normales Gefühl.

Die meisten Reiter haben nach den ersten Ritten im leichten Sitz einen Muskelkater - doch das ist natürlich. Es werden ganz andere Muskelpartien als beim “normalen” Reiten übermäßig belastet. Auch hier ist etwas Gewöhnung nötig.

Weiteres zum Thema Leichter Sitz:

http://www.reiterfolg.de/der-leichte-sitz-grundlage-allen-springreitens/

http://schulpferde.blogspot.com/2008/11/neuerungen-2009.html

http://tovero.de/lexikon/l/Leichter%20Sitz/

Jan 18

Um Springen zu lernen, ist zunächst das Einüben des leichten Sitz nötig.

Dieser unterscheidet sich zunächst einmal grundlegend von dem Sitz, der während der ersten Wochen in der Reitschule eingeübt wurde, um Schritt, Trab und Galopp sicher zu beherrschen.

Mit dem leichten Sitz lernt der Reitschüler etwas ganz anderes, das aber zum Springen notwendig ist - auch wenn es den leichten Sitz noch gar nicht so lange gibt.

Die Geschichte des leichten Sitz ist recht interessant:

Erfunden hat ihn der Italiener Federico Caprilli nämlich erst Ende des 19. Jahrhunderts. Doch es dauerte sogar dann noch einige Zeit, bis es Sitte wurde, im leichten Sitz zuspringen.

Zuvor hatten die Reiter sich nach hinten gelehnt und so versucht, den Sprung auszusitzen. Eine Taktik, die dem Pferd nicht zuletzt Schmerzen im Maul bereiten konnte, da der Reiter sich fast immer auch noch am Zügel festhielt oder diesen zumindest nach hinten zog.

Caprilli bezeichnete diesen Sitz damals als “unbequem und nicht pferdefreundlich”.

Er machte deutlich, wie sehr das Pferd mit diesem Sitz im Sprung behindert wird.

Die meisten Reiter gaben dem Pferd überhaupt keine Kopffreiheit. Außerdem konnte das Pferd auch keinerlei Bascule entwickeln. Die heute so typische Rückenwölbung kann sich nur entwickeln, wenn das Pferd auch die Möglichkeit hat, sich im Sprung zu strecken und selbst zu entwickeln.
Caprillis leichter Sitz war zwar noch nicht zu erbleichen mit dem leichten Sitz heutiger Zeit - er hatte seinen Oberkörper zunächst noch gerade - aber er hob sein

Gesäß aus dem Sattel - und sorgte für die Revolution.

Damals wurde Caprilli von ast allen Rittmeistern belächelt.

Aber seine Praxis war durchaus deutlich pferdefreundlicher als die Reiterei der anderen.

Caprilli warf seine Hände nach vorne, gab dem Pferdekopf damit Zügelfreiheit. Und versuchte, sich mit seinem speziellen Sitz so leicht wie möglich zu machen - so dass das Pferd eher an Freispringen erinnert würde.

 

Caprilli hatte mit dieser Art zu springen Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder große Erfolge. Dadurch rief er auch “Nachahmer” - und schließlich gab es nach einigen Jahren kaum noch jemanden, der in dem einst so geliebten “alten Stil” ritt.

“Nach Caprilli” zu reiten war schon bald gängige Praxis.

Die Kavallerieschule Hannover perfektionierte die Technik während des 20. Jahrhunderts noch weiter.
Dieser leichte Sitz kam der heutigen vorm übrigens schon sehr nahe.
Wer den leichten Sitz zu üben beginnt, und vielleicht zunächst ein paar Schwierigkeiten mit der Balance usw. hat, der sollte immer daran denken, wie sehr er dem Pferd damit das Springen erleichtert. Mit dem alten Sitz wären S- Springprüfungen im heutigen Stil überhaupt niemals möglich geworden. Die Pferde hätten einfach die Möglichkeiten dazu nicht gefunden.

Mehr zur Geschichte des Springreitens und des leichten Sitz:

http://www.britannica.com/EBchecked/topic/94217/Federico-Caprilli

http://tovero.de/lexikon/l/Leichter%20Sitz/

http://schulpferde.blogspot.com/2008/11/neuerungen-2009.html

http://www.reiterfolg.de/leichter-sitz-und-so-geht%e2%80%99s/

 

Jan 18

Für fast jeden ist es zunächst eine Überwindung, zum ersten Mal mit dem Pferd über ein Hindernis zu springen. Es gibt kaum einen Reiter, der bei seinem ersten Sprung nicht auch ein wenig Angst hat, dass er stürzen könnte, weil das Pferd verweigert oder er sich einfach nicht oben halten kann.

Diese Ängste sind ganz natürlich. Jedoch sollte man sich immer sagen, dass es Sturz beim Reiten leider überall passieren kann - auch bei Bahnfiguren auf den Reitplatz.

Springen unter der Anleitung eines guten Reitlehrers ist nicht gefährlicher als Dressur oder ein Ausritt (bei dem man ohnehin auch auf natürliche Hindernisse gefasst sein muss).

Von niemandem wird verlangt, dass er sich über Hindernisse traut, die manchmal höher sind als er selbst - wie das bei S-Springen durchaus der Fall sein kann

Aber über ein kleines Hindernis sollte ein Reiter - wenn die Angst nicht allzu groß ist - schon springen können.

Ohne Springen ist ein sicherer Ritt durch das Gelände eigentlich nicht möglich und ohne Springen gibt es auch keine Reitabzeichen. Selbst beim Geländeabzeichen Reiterpass muss ein kleiner Sprung gezeigt werden.

Vor der ersten Springstunde sollte man, wenn man unsicher ist oder gar Angst hat, einfach mit dem Reitlehrer darüber sprechen. Ein guter Reitlehrer wird Mut machen, es dennoch zu probieren und wird ganz spezielle Anleitungen für dich haben, wie ein Sprung möglichst sicher genommen werden kann.

Wer keine großen Ängste ausstehen muss, dem wird Springen vermutlich bald großen Spaß machen. An den leichten Sitz und das Rhythmusgefühl muss sich natürlich jeder erstmal gewöhnen, aber nach einigen Sprüngen weiß man, was zu tun ist,

Denn Springen ist zunächst ganz einfach - es wird nur über am Boden liegende Cavaletti oder Planken geritten. Zunächst im Schritt, dann im Trab.

Erst einige Reitstunden später geht es etwas höher über die Hindernisse. Aber alles beim Springen sollte immer Spaß machen, dem Niveau der Reitschüler entsprechen und sie nicht überfordern. Eine stetige Herausforderung ist dennoch notwendig, um voran zu kommen. Diese kann mit vielen Springspielen oftmals besser gegeben werden als mit zu ernsthaftem Training.

Warum nicht mal ohne Sattel springen? Es gibt Reitschulen, in denen sogar das freihändige Springen ohne Sattel praktiziert wird. Das ist sehr kompliziert, aber Reitschüler, die es versuchen, haben oft ein enorm gutes Gleichgewichts- und Rhythmusgefühl.
Es reicht aber auch vollkommen aus, mal ohne Sattel zu springen und es mal mit Sattel, aber freihändig zu versuchen. Die Balance wird dabei sicherlich ausreichend geschult.

Auch Spiele, bei denen man etwas in der Hand halten muss, wenn man über den Sprung geht, können immer eine gute Schule dafür sein, sicherer und besser zu springen.

All das sind Dinge, die in den ersten Springstunden einmal vorkommen werden. Aber nur keine Angst, wenn mal was nicht klappt, ist das überhaupt nicht schlimm. Und auch wenn man sich freihändig nicht traut, kann man ein guter Springreiter werden.
Dies sind alles nur Tipps, die sich bei vielen bewährt haben, aber jeder Reiter hat

seinen eigenen Weg, sich dem Springreiten anzunähern. Und dieser ist in keinem Fall falsch.

Und immer dran denken: Einen gewissen Mut erfordert ein Sprung in jedem Fall! Und wenn man ihn geschafft hat, denn hat man durchaus das Recht, ganz stolz auf sich zu sein.

Hier noch einige Blogs zum Thema Springreiten:
http://www.p-wie-pferd.de/2007/12/11/schwierigkeiten-in-einem-springparcours/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/05/14/regeln-im-springparcours/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/05/07/springreiten-wie-hoch-sind-die-hindernisse/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/05/07/hindernisse-im-springparcours-der-oxer/